KUNSTFEST WEIMAR : WORKSHOP Gebärdensprache zwischen Unterdrückung und sprachlicher Vielfalt
Die Deutsche Gebärdensprache ist mehr als eine Sprache – sie ist gelebte Kultur, Ausdruck einer eigenen Geschichte und Identität. Doch sie musste über Generationen hinweg um ihre Anerkennung kämpfen. Im Rahmen des Kunstfest erzählt die Szenische Lesung „Schlucken” von Franziska Winkler die Geschichte einer taub-hörenden Familie und der Gewalt, die Taube Kinder in DDR-Internaten erfuhren.
Dieser begleitende Workshop gibt einen Einblick in die Geschichte der Unterdrückung der Gebärdensprache der letzten 150 Jahre. Was bedeutet es, wenn einer ganzen Sprachgemeinschaft ihre Sprache verboten wird? Welche Auswirkungen hatte dieses Verbot – auf Bildung und auf das Selbstverständnis Tauber Menschen – und wie wirkt es bis heute nach?
Außerdem erhalten die Teilnehmenden einen praktischen Einstieg in die Deutsche Gebärdensprache: erste Zeichen, erste Sätze, erste Einblicke in eine eigenständige Sprache. Anhand von kurzen Texten aus dem Projekt „Schlucken” lernen die Teilnehmenden auch künstlerische Übersetzungsstrategien zwischen Schrift und Deutscher Gebärdensprache kennen.
Im Austausch mit den Workshopleitenden Helmut Vogel und Thomas Wartenberg über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Gebärdensprachverbot reflektieren wir gemeinsam das Gelernte und fragen nach Inklusion, sprachlicher Vielfalt und dem Recht auf Bildung aus heutiger Sicht.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, insbesondere an junge Menschen ab 14 Jahren. Keine Vorkenntnisse erforderlich. → Zur Anmeldung
Leitung:
- Thomas Wartenberg (Dipl.-Sozialpädagoge & Gebärdensprachdozent)
- Helmut Vogel (Erziehungswissenschaftler und Deaf-Historiker)
