Weimarer Lyriknacht 2026
Die XXIII. Weimarer Lyriknacht versammelt wieder eine Auswahl der markantesten Stimmen unserer deutschsprachigen Gegenwartslyrik und bringt sie mit der einnehmenden Klangsprache des Jazz zusammen. Zwischen existenzieller Erfahrung und poetischem Spiel, Verlust und Lebenslust, Übersetzung und Erinnerung entfaltet sich ein Abend, an dem unterschiedliche poetische Welten miteinander ins Gespräch kommen.
Autor*innen:
Mikael Vogel, vielfach ausgezeichneter Lyriker, nähert sich in Lonely Planet Mensch der eigenen Mutter in ihrem Sterben und all jenen, die auftauchen, wenn ein Mensch geht. Seine Gedichte kartieren die Gegenpole des Menschseins: Verlust, Trauer und Vergeblichkeit treffen auf Nähe, Lebenslust und Hoffnung. Zwischen Erinnerung, Literatur und Popkultur kreisen sie um die Frage, wie man mit dem lebt, was sich nicht festhalten lässt.
Nasima Sophia Razizadeh bewegt sich in ihrem zweiten Gedichtband Entschwebungen zwischen scheinbar Unversöhnlichem: Steigen und Sinken, Verlockung und Unglück, Festakt und Falltür. Ihre Gedichte machen den Übergang selbst zum poetischen Prinzip und schwingen zwischen Amsel, Fabelwesen, Kind, Frau und Vogelknochen. In sieben Kapiteln erzählt sich eine Geschichte der Entschwebung vor- und rückwärts.
Dilek Mayatürk schreibt in Wenn du lächelst, zerfällt ein roter Apfel in Scheiben auf Türkisch und Deutsch – dasselbe Gedicht zweimal, so übereinstimmend wie möglich, so unterschiedlich wie nötig. Aus diesem Schreiben zwischen zwei Sprachen entsteht ein poetischer Dialog über Sprache, Übersetzung und Zugehörigkeit. Ihre Gedichte wandern zwischen Politik und Natur, Erotik und Kindheit, Vernunft und Passion.
Volker Sielaff zeigt sich in Fragen an den Yeti thematisch und formal so offen wie selten zuvor. Zwischen Lausitzer Kindheit und London, Wiedergeburt und Gewittertasche begegnen uns Ferlinghetti, Sylvia Plath und Frank O’Hara ebenso wie ein Vogelmann und eine anonyme junge Künstlerin. Sielaff kennt die Regeln und spielt doch lieber sein eigenes Spiel, in Reim und freier Form.
Wie immer gehört auch einer jungen, vielversprechenden Stimme die Bühne: Liz Preuss, 2004 im Rheingau geboren, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen ausgezeichnet. 2024 erhielt sie den hr2-Literaturpreis für ihr Gedicht Das Paradies ist zahm, 2025 belegte sie den ersten Platz beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen und war Preisträgerin beim Treffen Junger Autor:innen in Berlin. Ihre Gedichte sind frech und zärtlich zugleich, voller eigensinniger Bilder und überraschender Verschiebungen.
Außerdem wird der im Februar 2026 verstorbene niederländische Dichter und Erzähler Cees Nooteboom gewürdigt.
Musik
Duo Voltige
Kerstin Haberecht: Saxophon, Loop-Station
Lukas Roos: E-Gitarre, Loop-Station
Das Duo Voltige verbindet melodische und abstrahierte Passagen mit atmosphärischer Tiefe, rhythmischer Raffinesse und feinsinniger Interaktion. Alt-Saxophon und E-Gitarre changieren zwischen fließenden Jazzklängen und modernen, bisweilen rockigen Sounds. Zwei Loop-Stationen erweitern und verdichten das Spiel um live eingespielte und vorproduzierte Klangschichten.
Moderation: Christine Hansmann und Romina Nikolić
Eckermann-Buchhandlung
Marktstr. 2-4, 99423 Weimar
Mo.-Fr., 10-18 Uhr
03643 41590
info@eckermannbuchhandlung.de
Tourist Information Weimar
Markt 4, 99423 Weimar
03643 745-0
Außerdem gibt es Tickets an der Abendkasse.
Die Weimarer Lyriknacht ist ein gemeinsames Projekt der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., des Lese-Zeichen e.V. und der Stadt Weimar und wird vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie der Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land unterstützt.
